Dublin Stadt / Dublin City

St. Stephen's Green

Magdalenen Bank / Magdalen Seat

(2017-07-14)

Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert gab es in Irland die sogenannten Magdalenen Wäschereien, die oft von katholischen Ordensleuten betrieben wurden. Offiziell "Häuser für gefallene Mädchen", wurden mit der Zeit auch viele Mädchen in diese Institutionen gesteckt, die sich der strengen religiösen Norm nicht beugen wollten oder von ihren Familien als "gesellschaftlich nicht tragbar" angesehen wurden. Das betraf auch junge Frauen, die nach einer Vergewaltigung schwanger wurden oder Frauen, die geistig zurückgeblieben waren. Statt diesen Mädchen aber zu helfen, wurden sie von den Betreibern wie rechtlose Gefangene behandelt. Sprechverbot und strenge Strafen für kleinste Vergehen waren üblich. Um die Mädchen zu beschäftigen, mussten sie hart in den Wäscherein arbeiten.

1993 wurden am Gelände einer Wäscherei über 150 Leichen von ehemaligen Insassen gefunden, was einen öffentlichen Skandal heraufbeschwor. Danach wurden die Vorgänge in den Wäschereien untersucht und die Untersuchung auf andere ähnliche Institutionen der protestantischen Kirche und des Staates ausgedehnt. Erst nach der Veröffentlichung des Abschlussberichts 2013 gab es Seitens des Staates und der Kirche eine Entschuldigung und Wiedergutmachung für die noch lebenden ehemaligen Wäscherinnen.

Es scheint, als ob sich die Iren immer noch dieser Episode ihrer Geschichte schämen. Denn das "Denkmal" ist nicht viel mehr als eine Plakette auf der Rückenlehne einer Bank (der Magdalenen Bank - Suíochán na Maigdiléanach).

From the 18th to the 20th century in Ireland there were so-called Magdalene Laundries that often were operated by Catholic orders. Officially a "house for fallen girls" over the years many girls got stuck in these institutions, who did not want to bow to the strict religious standards or were seen by their families as "unbearable for society". That even included young women who got pregnant after being raped or women with mental shortcomings. Instead of helping these girls, they were treated like lawless prisoners by the operators. Not being allowed to speak and harsh punishment for even minor trespassing were habitual. To keep the girls busy, they had to work hard in the laundries.

In 1993 on the site of one laundry more than 150 corpses of former inmates were found which started a public scandal. Afterwards, the proceedings in the laundries were examined, which was extended to other similar institutions of the Protestant church and the state. Only after the publication of the final report in 2013 there was an official apology and compensation for the surviving laundresses by state and church.

It seems that the Irish are still ashamed of that episode of their history. Because the "memorial" is just a tiny plate on the backrest of a bench (the Magdalene Seat - Suíochán na Maigdiléanach).

 
Übersicht über St. Stephen's Green / Overview of St. Stephen's Green

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